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Schiffsbeteiligungen - Ausblick und Chancen

Mittwoch, 26. Mai 2010 um 14:28 Uhr
Vom 4free-Team

Gastblog: Thomas K. Rogalla (SOLANOS GmbH)

Die schrecklichen Monate in der überbauten und unterbeschäftigten Containerschifffahrt neigen sich dem Ende entgegen. Sie erinnern sich bestimmt noch mit Schrecken an die “Post-Lehmann-Depression”: Da versank nicht nur die die Welt der maritimen Schiffsfinanzierer, also der Anleger, Kapitalsammelstellen und Banken in Entsetzen und Agonie.

In der Spitze lagen 700 Containerschiffe ohne Beschäftigung auf. Inzwischen wird ein Schiff nach dem anderen wieder in Fahrt gesetzt. Im Hamburger Hafen gibt es keine Auflieger mehr! Und verblüfft nahm man vor zwei Wochen in der FAZ zur Kenntnis, dass Evergreen, die große taiwanesische Linienreederei, 100 sehr große Containerschiffe mit Ablieferung ab 2012 auf asiatischen Werften bestellen werde.

Der Grund: das erwartete Transportvolumen und eine eigene in die Jahre gekommene Flotte. Die Krise nur ein Spuk? Ja, aber immerhin ein zweijähriger Spuk, der viele Containerschiffsreeder, Kommanditisten und große Emissionshäuser Blut, Schweiß und Tränen gekostet hat. Besonders das Containerfeeder-Segment (700 bis 1100 TEU) wird sich in den kommenden Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach rasch erholen und wieder gutes Geld einfahren: dieses Segment wird von den kleineren, mittelständischen Reedern aus Haren/Ems, Leer und der Elbdeich-Region dominiert und ist nie überbaut worden.

Dieser Markt wird auch zukünftig nicht überbaut werden, weil diese kleineren Reeder sich selbst von der Krise erholen müssen. Die müssen erst einmal ihr eigenes Haus wirtschaftlich in Ordnung bringen, d.h. Tilgungen und aufgeschobene Reparaturen nachholen. Von diesen gebeutelten Reedern wird wohl auf Jahre hinaus niemand neue Feeder-Schiffe bestellen können und wollen. Wir werden uns für diesen Schiffstyp in absehbarer Zeit die Charterer aussuchen können!

Die entsetzlichen Verwerfungen an den Finanzmärkten, die uns die Griechen eingebrockt haben, haben für die Eigner von Schiffstonnage auch Positives: auf dem Schiffsmarkt weltweit ist der USD noch immer die Leitwährung No.1. Unser Schiffsvermögen ist in unseren Büchern mit dem erstarkten USD fast 20% wertvoller geworden. Und diejenigen unserer Schiffe, die zur Zeit ihre Chartern in USD erhalten, sind über die neuerliche USD-Stärke überhaupt nicht unzufrieden. Und das sind keine Buchgewinne sondern echte 20% Mehrumsatz!

Beteiligungsmöglichkeiten am Zweitmarkt für Schiffsanteile

Wir haben in den letzten Monaten die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten am Markt für second-hand-Schiffsbeteiligungen untersucht. Dieser Markt ist ziemlich in Bewegung: Im März 2010 gab es alleine bei der Deutsche Zweitmarkt AG 188 Abschlüsse mit einem Volumen von 7,28 Mio. EURO. Im April 2010 waren es 123 öffentliche Abschlüsse. Der Durchschnittskurs aller Transaktionen lag bei 54,78%, im Vormonat bei 50,02%.

Folgende Einzelabschlüsse wurden notiert. Bestes Ergebnis waren 105% (bezogen auf die Kommanditeinlage) und der schlechteste Abschluss notierte bei 10,43% für einen Anteil am derzeit aufliegenden Containerschiff „Santa Giorgina“. Das muss man dann wohl als Notverkauf bezeichnen. Ja, aber von solchen Einkaufsmöglichkeiten lebt der Zweitmarkt. Voraussetzung ist natürlich eine intime Kenntnis der Einkäufer über die wirtschaftliche und technische Situation der gehandelten Schiffe.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas K. Rogalla

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