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Dachfonds

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Wie funktionieren Dachfonds?

Dachfonds sind erst seit dem Dritten Finanzmarktförderungsgesetz vom 1. April 1998 in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Investmentfonds investieren sie nicht in einzelne Aktien oder Anleihen, sondern in andere Investmentfonds, die so genannten Zielfonds. Dabei muss der Dachfondsmanager einige Regeln beachten. So darf er nur Fonds kaufen, die in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Der Anteil eines Zielfonds am Dachfonds darf maximal 20 Prozent betragen. Der Dachfonds investiert also immer in mindestens drei Zielfonds (20 Prozent in Fonds 1, 20 Prozent in Fonds 2, 10 Prozent in Fonds 3, 50 Prozent Barreserve). Zudem darf der Dachfondsmanager höchstens 10 Prozent der Anteile eines Zielfonds halten. Beispiel: Bei einem 100 Millionen Euro großen Zielfonds darf der Dachfonds maximal 10 Millionen Euro investieren. Kauft eine Fondsgesellschaft für einen Dachfonds nur konzerneigene Zielfonds, darf sie dafür weder Ausgabeaufschläge und Rücknahmegebühren noch eine doppelte Managementgebühr berechnen. Anders sieht es bei konzernfremden Fonds aus. Hier können eine doppelte Managementgebühr und auch ein doppelter Ausgabeaufschlag anfallen (einmal für den Dachfonds und einmal für den Zielfonds).

Seitdem die Abgeltungssteuer beschlossene Sache ist, bringen Deutschlands Fondsgesellschaften immer mehr Dachfonds auf den Markt. Auf diesen Zug sind auch die Anbieter von nachhaltigen Investments aufgesprungen. Paschen von Flotow prophezeit nachhaltigen Dachfonds ein großartiges Jahr: „Das Wachstum könnte hier bei 50 bis 100 Prozent liegen“, meint der Leiter des Sustainable Business Institute (SBI) der European Business School. Hört sich gigantisch an – in absoluten Zahlen klingt es allerdings weniger monströs. Etwas über 100 Millionen Euro verwalten die sieben in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Dachfonds. Da ist ein 50-Prozent-Wachstum durchaus drin. Denn schließlich soll 2008 das Jahr der Dachfonds werden. Unzählige neue Produkte kommen auf den Markt, darunter auch welche, die ihre Zielfonds nicht nur nach ökonomischen, sondern auch nach ökologischen, ethischen und sozialen Kriterien auswählen.

Dachfondsmanager können nach den derzeitigen Plänen des Gesetzgebers auch nach 2008 gekaufte Fonds verkaufen, ohne Abgeltungssteuer auf Kursgewinne zu zahlen. Fondsanleger hingegen müssen in diesem Jahr noch zuschlagen und die Fonds halten. Bei ab 2009 erworbenen Fonds sind nicht nur Dividenden und Zinsen, sondern auch Kursgewinne pauschal mit 25 Prozent plus Soli-Zuschlag und Kirchensteuer zu versteuern. Dachfonds bilden also eine Art Schutzhülle und schaffen dem Anleger einen kleinen Steuervorteil, den sie auch auf nachhaltige Weise nutzen können.

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