Exchange Traded Funds - ETFs.

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Exchange Traded Funds - ETFs

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Exchange Traded Funds – Der große Reiz der kleinen Preise

Börsengehandelten Indexfonds (kurz ETFs für Exchange Traded Funds) sind einfach, günstig und trotzdem gut. „Für uns sind ETFs keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung.“ So entspannt klang es, als die „Financial Times Deutschland“ Europas größte Fondsgesellschaft DWS im April 2000 zu den neuartigen Finanzinstrumenten befragte, die auf den deutschen Markt drängten. Soeben hatte die britische Gesellschaft Barclays Global Investors die beiden ersten börsengehandelten Indexfonds platziert: Einer bildete den europäischen Index Stoxx 50 ab, der andere dessen Gegenstück aus der Eurozone, den Euro Stoxx 50. Ende 2000 gab es europaweit sechs derartige Produkte, die 723 Millionen Euro verwalteten. Innerhalb von 7 Jahren hat sich das verwaltete Vermögen auf 78 Milliarden Euro mehr als verhundertfacht.

Das wohl stärkste Argument für ETFs sind ihre niedrigen Kosten. Einen Ausgabeaufschlag wie bei herkömmlichen Investmentfonds gibt es nicht. Interessenten bekommen die Ware nur an der Börse und werden sie auch nur dort zu den üblichen Öffnungszeiten wieder los. Als ETF-Handelsplatz dient die Plattform XTF der Deutschen Börse, die Teil des Computerhandelssystems Xetra ist. Wie bei einem Aktienumsatz werden beim ETF-Handel Gebühren fällig. Bei Filialbanken macht das gewöhnlich ein Prozent des Anlagebetrags aus. Online-Banken berechnen etwa 0,25 Prozent. Sogenannte Market Maker stellen dabei sicher, dass Anleger jederzeit zum (höheren) Briefkurs kaufen und zum (niedrigeren) Geldkurs verkaufen können. Die als Spread bezeichnete Kursdifferenz, die mit einem Aufschlag vergleichbar ist, können Anleger bei ihrer Bank oder über einen Internet-Dienstleister abfragen. Zur Orientierung veröffentlicht die Deutsche Börse monatlich auf ihrer Webseite das Xetra-Liquiditätsmaß (XLM). „Diese Kennzahl gibt an, welcher Spread bei einem gleichzeitigen Kauf- und Verkaufsauftrag über 25.000 Euro fällig wird“, erklärt der XTF-Verantwortliche Rainer Riess.

Institutionelle Investoren wie Pensionskassen bevorzugen ETFs, da sie aus ihrer rechtlichen Natur heraus nicht in Zertifikate investieren dürfen. Geht der Emittent pleite, wird ein Zertifikat wertlos. Dieses Ausfallrisiko würde sich der institutionelle Anleger in die Bilanz holen. ETFs dagegen sind wie traditionelle Investmentfonds Sondervermögen und somit im Konkursfall geschützt. Ein weiterer Vorteil von ETFs gegenüber Zertifikaten ist erst bei näherem Hinsehen erkennbar: ETFs schütten Dividenden generell an die Anleger aus oder legen sie gleich wieder mit an. Viele Zertifikate hingegen bilden Preisindizes nach, die ohne Dividenden berechnet werden. Ob und wie viel der Dividenden ins Zertifikat einfließt, steht im Prospekt oder der Broschüre – häufig im Kleingedruckten. Vor diesem Hintergrund wird erwartet, dass vor allem im institutionellen Bereich ETFs in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werden. Raffinierte Spezialkonstruktionen dürften dagegen die Domäne der Zertifikate-Industrie bleiben, da sie derzeit mit ETFs nicht abbildbar sind.

Trotz der genannten Vorteile erwärmen sich die deutschen Privatanleger bisher nur langsam für die günstigen Indexkopien. Von den in Deutschland in ETFs investierten Mitteln stammen Branchenschätzungen zufolge etwa 90 Prozent von institutionellen Investoren.

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