Geldmarktfonds.
Wohin nur mit dem Geld bei der aktuellen Berg- und Talfahrt der Börsen? Das fragt sich so mancher Anleger. Auf
einen sicheren Parkplatz, ist die Antwort. Bei Geldmarktfonds kann der Investor kurzfristig über
sein Geld verfügen, wenn er beim nächsten Aufschwung an den Börsen dabei sein will. Und: Die
Rendite ist höher als auf dem Girokonto oder unter dem Kopfkissen.
Geldmarktfonds investieren in kurzfristige fest- oder variabel verzinsliche Anlagen. Meist mit einer Laufzeit von bis
zu zwölf Monaten. Aus einer solch kurzfristigen Anlagestrategie resultiert in der Regel eine
vorhersehbare Kapitalrückzahlung. Kapitalverluste sind so gut wie ausgeschlossen. Während sich die Fonds dem jeweils gültigen Marktniveau für kurzfristige Geldanlagen
flexibel anpassen. Das heißt, der Anleger erzielt eine Rendite, die im Schnitt zwischen zwei bis vier Prozent liegt.
Da es sich bei Geldmarktfonds um eine kurzfristige Anlage handelt, sind vor
allem die Kosten wichtig. Die Ausgabeaufschläge der Fonds liegen in der Regel bei 0 bis 1 Prozent. Aus dem Grund
lohnt sich ein Einstieg bereits für sehr kurze Zeiträume. Die Managementgebühren sollten nicht über 0,5 Prozent pro
Jahr liegen. Wie alle Investmentfonds können Geldmarktfonds börsentäglich gehandelt werden. Wer von einem
Geldmarktfonds in einen anderen Fonds bei der gleichen Gesellschaft wechseln möchte, kann dies innerhalb eines
Tages machen. Bleibt das Geld jedoch nicht in einer Gesellschaft, muss der Anleger zwei bis drei Tage einkalkulieren,
bis das Geld wirklich auf seinem Konto ist.
Hinter einer Anlage in Geldmarktfonds steht häufig der Wunsch der Anleger, ihr Geld kurz aber sicher
zwischen zu parken. Im Angebot sind dabei die unterschiedlichsten Währungsschwerpunkte - vom US-
Dollar über das britische Pfund bis hin zum südafrikanischen Rand. Dabei können Anleger durch schwankende
Wechselkurse von Währungsgewinnen profitieren, durch das Währungsrisiko aber ebenso erhebliche Verluste
einfahren. Um unnötige Kapitalverluste zu vermeiden, besonders vor dem Hintergrund der Kurzfristigkeit der Anlage,
sollten Anleger also einen in Euro denominierten Fonds wählen. Eine Einstiegshürde bei manchen Fonds ist die hohe
Mindestanlagesumme. Direktbanken geben sich oft mit niedrigeren Summen zufrieden als das bei den
Investmentgesellschaften selbst der Fall ist.
Wer sein Geld ausländischen Banken anvertrauen möchte, sollte vorher genau prüfen, ob es bei Konkurs der Bank
gesichert ist. Besteht keine Absicherung, verliert der Anleger im Ernstfall mehr als am Aktienmarkt.
Geldmarktnahe Fonds existieren in Deutschland bereits seit 1990. Die Bundesbank sperrte sich lange Zeit
gegen die Auflage reiner Geldmarktfonds, weil sie den Verlust ihrer geldpolitischen Einflussmöglichkeiten fürchtete.
Denn anders als Festgeld unterliegen Geldmarktfonds nicht der Mindestreservepflicht, nach der Kreditinstitute einen
Teil ihrer Einlagen bei den Zentralbanken hinterlegen müssen und durch die die Zentralbanken die Kredit- und
Konjunkturpolitik steuern. Reine Geldmarktfonds wurden erst 1994 zugelassen.