REITs - Real Estate Investment Trusts.
In den USA sind Real Estate Investment Trusts (REITs) gang und gäbe. Der Anlagenschwerpunkt solcher Kapitalgesellschaften liegt auf Immobilien und/oder Hypotheken. Dabei kann es sich um klassische Büro- und Gewerbeimmobilien handeln, REITs sind aber auch in spezielleren Bereichen, Hotels, Universitäten, Krankenhäusern und sogar Gefängnissen tätig.
Die Immobiliengesellschaften kaufen die Gebäude amerikanischen Kommunen oder dem Staat ab, organisieren die Verwaltung und vermieten sie an die ehemaligen Besitzer zurück. Die meisten börsennotierten US-Unternehmen, die sich auf die Verwaltung von Immobilienportfolios konzentrieren, sind REITs. Grund dafür sind Steuervorteile – im Gegensatz zu anderen Aktiengesellschaften sind sie auf Unternehmensebene von Steuerzahlungen befreit. Dafür verpflichten sie sich, einen Großteil ihrer Erträge an die Aktionäre auszuschütten. In weltweit mittlerweile mehr als 20 Ländern gelten spezielle REITs-Regelungen, die sich jedoch größtenteils an den US-Strukturen orientieren. Dort wurden REITs bereits in den 60er Jahren eingeführt. Wichtigste Eckpunkte und Unterschiede zu herkömmlichen börsennotierten Immobiliengesellschaften: Mindestens 75 Prozent des Gesellschaftskapitals muss in Immobilien investiert sein. Zudem müssen 75 Prozent des Umsatzes aus Mieteinnahmen stammen. In den USA beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Ausschüttungsquote 90 Prozent der Erträge. Deutsche Behörden, Verbände und Politiker haben jahrelang über Planung und Einführung der German REITs, kurz G-REITs, debattiert. Schließlich wurden für die in Deutschland seit 1. Januar 2007 zugelassenen Immobilien-Aktiengesellschaften der in den USA geltende Satz von 90 Prozent übernommen. REITs sind also von Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit, wenn die Gewinnausschüttung an die Anleger zumindest 90 Prozent beträgt.
Besonders bei institutionellen Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen, die viel Wert auf jährliche Ausschüttungen legen, sind REITs-Fonds beliebt. Doch auch für private Anleger ist die Anlageklasse interessant. „Besonders deutsche Anleger sind immobilienvernarrt und suchen vor allem im Alter verstärkt nach Anlageklassen, die jährliche Ausschüttungen vornehmen und eine ansprechende Performance abliefern“, so Peter Barkow von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
REITs-Kurse wie auch die Kurse der übrigen Immobileingesellschaften sind nach der Finanzmarktkrise kontinuierlich gesunken. Ob sich der Markt wieder erholt und sich so entwickelt, wie ihm prognostiziert wurde, bleibt abzuwarten. Genau wie der Referentenentwurf für das Jahressteuergesetz 2009, in dessen Rahmen das REITs-Gesetz reformiert und damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher REITs international verbessert werden könnte.