Rohstofffonds.

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Rohstofffonds

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Rohstofffonds - Schätze der Erde

Mit Rohstofffonds können Anleger direkt in Energie, Metalle oder landwirtschaftliche Erzeugnisse investieren – oder in die Aktien der Unternehmen, die bohren, buddeln und ernten.

Sam Brannon brachte es vor fast 160 Jahren in nur zwei Jahren zu einem stattlichen Vermögen. Im Frühjahr 1848 fand der Ladenbesitzer aus der damaligen Kleinstadt San Francisco ein Goldnugget im America River. Sein Fund sprach sich herum und löste den ersten großen Goldrausch in den USA aus. Eine für die damalige Zeit unglaubliche Zahl von über 80.000 Einwanderern strömte, berauscht von der Aussicht auf schnellen Reichtum, nach Kalifornien. Für die Goldsucher lohnte sich die Reise. Täglich fand jeder von ihnen rund 30 Gramm Gold. Das entsprach dem 20-fachen Tageslohn eines Arbeiters. Für Brannon selbst blieb es bei dem einen Fund, und trotzdem machte auch er das Geschäft seines Lebens. Schaufeln, Zeltstoffe oder Lebensmittel – alles kauften die Goldgierigen bei ihm. „Don’t buy the gold, sell the shovels“ – Kauf nicht Gold, verkauf die Schaufeln, lautet daher noch immer eine Investmentweisheit.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erlebt der Goldrausch eine starke Renaissance und noch viel mehr als das – alles, was als Metall oder fossiler Brennstoff unter der Erde liegt oder als Getreide, Kaffee, Kakao und Baumwolle oberirdisch wächst, findet einen reißenden Absatz. Die Industrialisierung und die Nachfrage der Schwellenländer, allen voran China und Indien, treibt die Preise an.

Rohstoffe: Boom und Superzyklus

Über Rohstofffonds können Anleger direkt in jeden börsengehandelten Rohstoff investieren und von dessen Preissteigerungen profitieren. Die Schaufeln der Gegenwart sind die Rohstoffunternehmen; von den großen Konzernen bis hin zu den kleinen Unternehmen, die auf die Erschließung und das Aufspüren von Minen und Ölquellen spezialisiert sind. Rohstoffaktienfonds setzten auf diesen boomenden Markt und die Aktien der jeweiligen Unternehmen. Die ersten reinen Rohstofffonds, die nicht in Aktien investieren, kamen indes erst vor zwei Jahren auf den deutschen Markt. Ein Großteil der Rohstoffrally fand daher ohne Beteiligung deutscher Fondsanleger statt: Nahezu jedes börsennotierte Metall hat sich in den vergangenen sieben Jahren im Wert verdreifacht, und auch der Barrel Rohöl ist heute 190 Prozent teurer als 2000.

Zu spät für ein Investment ist es jedoch heute noch nicht. Ob Superzyklus oder Boom – nicht nur Rohstoffexperte Jim Rogers gibt sich optimistisch und sagt: „Nicht einmal eine harte Landung in China würde den Rohstoffboom beenden. Es gäbe dann aber noch einmal eine letzte Chance für Anleger, auf den Zug aufzuspringen.“ Rohstofffonds sind nicht nur wegen der Rendite eine sinnvolle Investition, sie wirken sich auch auf das Risiko eines klassischen Aktien- und Rentenportfolios aus. Denn Rohstoffinvestments korrelieren kaum mit herkömmlichen Anlageklassen, sie senken das Gesamtrisiko eines Portfolios und stabilisieren die Performance. Vereinfacht: Wenn Aktien- oder Rentenkurse fallen, steigen mitunter die Rohstoffpreise und umgekehrt.

Die in Deutschland öffentlich zum Vertrieb zugelassenen Rohstofffonds haben jedoch eine Besonderheit. Ihre Manager sind zur Passivität verdonnert: Sie dürfen nur in die gängigen Rohstoffindizes investieren, und sie sind Preisschwankungen und Korrekturen recht hilflos ausgesetzt.

Schwellenländer-Aktien bevorzugt

Risikolos ist ein Aktieninvestment trotzdem nicht. Neben Streiks der Bergarbeiter und politisch verordneten Verstaatlichungen drohen klassische unternehmerische Risiken, wie bei jedem anderen Aktieninvestment auch. Hinzu kommt, dass viele der von den Branchenfonds bevorzugten Unternehmen in den Schwellenländern zu Hause sind. So können diese Fonds zwar – wie in der jüngeren Vergangenheit – eine hohe Rendite liefern, das Risiko ist aber auch höher als bei einem Branchenfonds, der in Pharma- oder Finanzwerte investiert.

Ein weiteres Risiko innerhalb eines breiten Portfolios kann eine hohe Überschneidung mit Unternehmen sein, die sich üblicherweise in Schwellenländer-Fonds befinden. Anleger sollten daher die Zusammensetzung der beiden Fonds vergleichen.

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