Falle 1: Falsche Asset Allocation.
Einer der größten Fehler ist, dass viele Anleger ihre Depots ausschließlich nach Performance zusammenstellen. Gekauft werden deshalb vor allem renditestarke Aktienfonds. Was den meisten Anlegern dabei nicht bewusst ist: Die Rendite ist immer das Spiegelbild des eingegangenen Risikos. Je höher der mögliche Gewinn ist, desto höher der mögliche Verlust. Wenn ein Depot in guten Zeiten um 20 Prozent im Jahr zulegen kann, kann es in schlechten Zeiten auch um 20 Prozent oder mehr fallen. Das können aber längst nicht alle Anleger verkraften.
So manches Depot hat deshalb aufgrund der einseitigen Performance-Orientierung ein zu hohes Risiko. Um die eigene Risikobereitschaft und das Risiko des Depots in Einklang zu bringen, sind zwei Dinge nötig. Zuerst muss der Anleger ermitteln, welchen Verlust er verkraften kann. Beispiel: Will der Anleger 5.000 Euro anlegen und kann höchstens einen zwischenzeitlichen Verlust von 1.000 Euro verkraften, dann liegt seine Risikobereitschaft bei 20 Prozent. Anschließend muss das Vermögen so angelegt werden, dass die persönliche Schmerzgrenze nie überschritten wird. Anders als viele Anleger glauben, ist dabei die Fondsauswahl nicht der erste und wichtigste Schritt, sondern der letzte und von insgesamt untergeordneter Bedeutung.
Weitaus wichtiger ist die so genannte Asset Allocation (asset, engl. = Vermögen, allocation, engl. = Aufteilung). Das ist die Aufteilung des Geldes auf Anlageklassen wie Aktien-, Renten- und offene Immobilienfonds sowie unterschiedliche Währungen und Regionen. Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs hat gezeigt, dass das langfristige Ergebnis eines Fondsdepots zu über 90 Prozent von der Gewichtung der einzelnen Anlageklassen abhängt.
Anders gesagt: Die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Fondsklassen, Branchen und Regionen ist die Pflicht, die Fondsauswahl die Kür. Je risikoscheuer ein Anleger ist, desto höher sollte der Anteil von Renten und offenen Immobilienfonds am Depot sein. Bei diesen Fondsklassen sind die Schwankungen und das Verlustrisiko wesentlich geringer als bei Aktienfonds.