Falle 4: Mangelnde Depotpflege.

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Die typischen Fehler bei der Geldanlage

Falle 4: Mangelnde Depotpflege

Anleger, die sich entsprechend ihrer Risikoneigung ein Depot erstellen, haben schon einen wichtigen Schritt zum erfolgreichen Investment geschafft. Doch der beste Depotaufbau nützt wenig, wenn sich der Anleger danach nicht um sein Depot kümmert. Viele Anleger kaufen einen Fonds und legen sich mehrere Jahre schlafen. Doch diese Strategie kann leicht nach hinten losgehen. Denn das Depot völlig unbeobachtet liegen zu lassen, kann gefährlich werden. Fonds sind zwar eine langfristige Anlage, dennoch sollte das Depot regelmäßig überprüft werden. Das betrifft sowohl die Asset Allocation als auch die Einzelfonds. Durch Gewinne und Verluste der Fonds verschiebt sich im Laufe der Zeit die gewünschte Zusammensetzung der Fondsklassen, Branchen oder Anlageregionen.

Ein Beispiel: Ein Anleger stellt sich ein Depot mit 50 Prozent Aktienfonds und 50 Prozent Rentenfonds zusammen. Im folgenden Jahr verlieren seine Aktienfonds um 30 Prozent, die Rentenfonds hingegen legen um 10 Prozent zu. Das Depot, das insgesamt 10 Prozent verloren hat, enthält jetzt nur noch zu 39 Prozent Aktienfonds. Der Rentenanteil hingegen hat sich auf 61 Prozent erhöht. Möchte der Anleger die Ausgangsgewichtung erhalten, muss er von Renten in Aktien umschichten. Dabei darf er jedoch nicht sein Risiko vergessen (siehe Falle 2). Bei offensiven Depots mit Anlagen in bestimmten Schwellenländern oder Branchen muss der Anleger zudem die Marktentwicklung im Auge behalten. Droht ein Markt abzuschmieren, sollte er lieber rechtzeitig aussteigen. Im Gegensatz zu breit gestreuten Fonds hat der Fondsmanager hier oft durch strikte Anlagerichtlinien keine Chance, dem Abwärtstrend zu entfliehen.

Neben der Gewichtung und den Märkten steht die Kontrolle der Einzelfonds an: Wie entwickelt sich die Performance? Gibt es Änderungen im Fondsmanagement oder gar bei den Anlagerichtlinien? Jetzt gilt es für den Anleger nur noch das richtige Maß zu finden, denn zu viel Pflege schadet dem Anlageerfolg. So macht es auch keinen Sinn, ständig von einem Fonds zum nächsten zu hüpfen. Es ist nicht nur unwahrscheinlich, dass der Anleger zufällig den kurzfristig besten Fonds wählt, sondern der ständige Tausch der Fonds bei ersten Anzeichen von Schwäche geht auch ins Geld. Schließlich ist bei jedem Kauf ein Ausgabeaufschlag fällig. Je höher folglich die Anfangskosten, desto seltener sollten Anleger umschichten.

Eine weitere Grundregel: Je spekulativer das Depot ist, desto häufiger muss es geprüft werden. Wem das alles zu viel ist, der kann sich professionelle Hilfe holen. Bei guten Fondsberatern gehört eine ständige Depotüberwachung zum Service. Hat sich die Gewichtung der einzelnen Anlageklassen stark verschoben, wird der Kunde darüber in Kenntnis gesetzt. Auch die Entwicklung der einzelnen Fonds wird ständig überwacht.

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