Containerfonds.
Schiffscontainer sind wohl das prägnanteste Symbol der Globalisierung. Sie machen den günstigen und schnellen Warenaustausch erst möglich. Zugleich werden durch den wachsenden Warenverkehr immer mehr
Container gebraucht. Folge: Container schwimmen auf der Globalisierungswelle. Davon profitieren nicht nur Schiffsfonds, sondern auch die Fonds, die die Blechkisten vermieten.
Der steigende Bedarf an den bunten Kisten macht sie denn auch als Investitionsobjekt beliebt. Containerfonds sind im Nu platziert. Doch die hohe Nachfrage hat ihren Preis: Es treten immer mehr Anbieter auf den
Plan. Mit dem zunehmenden Wettbewerb sinken die Renditen für Anleger. 17 Prozent pro Jahr wurden in den Anfangsjahren prognostiziert, nun seien es nur noch etwa 14 Prozent. Um ihre Fans weiterhin bei der
Stange zu halten, tüfteln die ersten Containerfondshäuser an neuen Fondskonzepten. So hat sich zum Beispiel beim neuen Schroeder-Fonds sowohl das gesellschaftsrechtliche Konzept geändert als auch die
Auswahl der Anlageobjekte erweitert.
Wer von beiden grundsätzlich besser abschneidet, lässt sich schwer ausmachen. Eine vom Hamburger Initiator IGB in Auftrag gegebene Studie von Fondsmedia kommt zu einem salomonischen Urteil:
Containerfonds können ein bestehendes Schiffsinvestment sinnvoll ergänzen. Fondsmedia hat errechnet, dass die Erträge von Containerfonds geringer schwanken als Ergebnisse von Schiffsfonds. Denn auch wenn
die Containerleasingraten an die Chartermärkte für Containerschiffe gekoppelt sind, vollziehen sie deren Aufs und Abs nicht so stark nach. Ähnliches gilt für die Preise der Stahlboxen. In der Theorie sind negative
Abweichungen von den Fondsprognosen also weniger wahrscheinlich als bei Schiffsfondsinvestments. Aber: Im Gegensatz zu Schiffen bieten Containerfonds eine kurze Laufzeit und hohe Flexibilität, da die
Container in mehreren Tranchen verkauft werden können. Zudem kann eine erhöhte Nachfrage leichter befriedigt werden, da sie schneller gebaut sind. Und die Nachfrage wird hoch bleiben: Bis 2010 werden dem
Londoner Research-Haus Drewry zufolge Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von insgesamt 4,6 Millionen Standardcontainern (TEU) abgeliefert.
Anleger können auf zwei Arten am Containergeschäft teilhaben. Entweder beteiligen sie sich an einem geschlossenen Fonds (KG) oder sie erwerben die Kisten direkt. In beiden Fällen werden die Container über eine spezialisierte Leasinggesellschaft an Reedereien verleast. Der Mietvertrag läuft maximal fünf Jahre zu festen Konditionen, im Fall des Direktinvestments steht auch der Rücknahmepreis fest. Am Ende der Laufzeit werden die Container weiterverkauft. Kaufpreis, Höhe der Mieten, Bonität des Mieters und Verkaufspreis sind die wichtigsten Parameter für den Geschäftserfolg.