Private-Equity-Fonds.

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Private-Equity-Fonds

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Private Equity: Geschäft abseits der Börse

Private-Equity-Fonds kaufen Anteile nicht börsennotierter Unternehmen. Sie bringen die Firmen auf Kurs und verkaufen die Anteile anschließend mit satten Gewinnen.

Firmenjäger, Barbaren, Raubritter oder Heuschrecken – das Bild, das eine breite Öffentlichkeit von Private-Equity-Gesellschaften hat, ist durchweg negativ: Finanzinvestoren kaufen sich in Unternehmen ein, entlassen einen großen Teil der Mitarbeiter, bürden dem Unternehmen einen riesigen Schuldenberg auf und erzielen dann beim Verkauf einzelner Unternehmensanteile exorbitante Gewinne.

„Buy it, strip it, flip it“ – die englische Kurzfassung der Strategie („Kauf es, zieh es aus, schlag es los“) – hat die Branche genauso in Verruf gebracht wie die Summen, die die Chefs der großen Private-Equity-Häuser wie Blackstone, Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Texas Pacific Group Jahr für Jahr in die eigene Tasche wirtschaften. Doch nicht nur die Chefs verdienen prächtig, auch für Anleger ist bei Private Equity mehr drin als bei den meisten anderen Anlageklassen.

Das Geschäft
Das Geschäft ist dabei selten so anrüchig, wie es gern dargestellt wird. Private-Equity-Fonds beteiligen sich an Unternehmen; sie finanzieren Gründungen, fördern das Wachstum junger Unternehmen und bringen Firmen aus der Schieflage wieder auf Vordermann. Dafür sammeln sie zunächst Geld von Investoren ein wie andere Fonds auch. Die Mindestanlagesummen sind allerdings für das Gros der Privatanleger viel zu hoch. Investoren sind daher zum größten Teil Institutionen wie Pensionsfonds, Stiftungen, Banken und reiche Privatanleger. Dieses Geld stecken die Private- Equity-Fonds dann in verschiedene Unternehmen.

Sie stellen dabei – wie Aktionäre – Eigenkapital zur Verfügung. Im Unterschied zu öffentlichem Eigenkapital (Public Equity) in Form von Aktienbeteiligungen ist Private Equity stets eine Beteiligung an einem nicht börsennotierten Unternehmen.

Die Strategie
Mit der Beteiligung werden die Fonds Mitgesellschafter und können dadurch Einfluss auf die Unternehmensstrategie und das Management ausüben. Das ist wesentlicher Bestandteil einer großen Zahl von Private-Equity- Beteiligungen. In der Regel haben die Private-Equity-Gesellschaften dafür gut ausgebildete Branchenspezialisten, die die jeweiligen Unternehmen auf betriebswirtschaftlichen Erfolg trimmen.

Das Ziel
Ziel der Fonds ist es, die Beteiligung nach einigen Jahren gewinnbringend zu verkaufen. Am Ende jeder Unternehmensbeteiligung steht der sogenannte Exit, also der Ausstieg des Investors durch den Verkauf seines Anteils. Dies kann auf vier Wegen geschehen: Am lukrativsten ist der Börsengang. Weitaus häufiger ist der Verkauf des Pakets an einen industriellen Investor, gelegentlich kauft auch der frühere Eigner das Geschäft zurück. Immer öfter werden Beteiligungen an einen anderen Private- Equity-Fonds weiterverkauft.

Das Ergebnis
Wer sein Handwerk versteht, wie die Größten der Branche, kann mit dem Geschäft Erträge erwirtschaften, die weit über dem liegen, was anderswo zu holen ist. Das hat mehrere Gründe: Die Fonds binden sich relativ langfristig und tun das nur mit Aussicht auf eine entsprechende Entschädigung. Viel wichtiger aber ist, dass sie die Firmen, an denen sie beteiligt sind, weitestgehend im Verborgenen sanieren können. Solange ein Unternehmen nicht an der Börse notiert ist, ist das öffentliche Interesse in aller Regel recht gering, zumal die Firmen niemandem außer dem engen Kreis von Beteiligten Rechenschaft schulden.Eine Garantie für den Erfolg ist das freilich nicht. In keiner anderen Anlageklasse liegen die Erträge unterschiedlicher Fonds derart weit auseinander wie bei Private Equity: Während das beste Viertel der Fonds über viele Jahre Renditen von über 20 Prozent erwirtschaftet hat, liegt das schlechteste Viertel im Minus.

Die Eigenschaften
Auch Anleger müssen sich langfristig binden. Ein Private-Equity-Fonds läuft meist über mehr als zehn Jahre, und ein vorzeitiger Ausstieg ist nicht oder nur mit empfindlichen Verlusten möglich. Die Fonds fordern von den Anlegern zudem ein gehöriges Maß an Flexibilität: Weil sich der Fonds seine Beteiligungen über die Laufzeit erst aufbaut, ruft er immer dann Geld von den Anlegern ab, wenn er eine Investment- Gelegenheit aufgespürt hat. Die Einzahlungen können sich daher über mehrere Jahre hinziehen. Gleiches gilt für Ausschüttungen: Weil der genaue Zeitpunkt des Verkaufs einer Beteiligung nie von vornherein feststeht, sind Prognosen über Ausschüttungszeitpunkte und -summen nicht möglich.

Die Produkte
Privatanleger beteiligen sich am einfachsten über Dachfonds an den alternativen Produkten. In Deutschland werden diese fast ausschließlich in Form geschlossener Fonds angeboten. Eine Alternative sind börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften. Anleger können über Fonds und Zertifikate breit über das sogenannte Listed Private Equity streuen. Die Aktien börsennotierter Private-Equity- Fonds spiegeln allerdings nicht in jedem Fall den Wert des Portfolios wider, weil auch Erwartungen und Börsenstimmungen den Kurs beeinflussen.

Begriffserklärung zu Private-Equity-Fonds

Private Equity ist der Oberbegriff für die Finanzierung nicht börsennotierter Gesellschaften. Die gängigste Einteilung von Private-Equity-Investments richtet sich nach dem Entwicklungsstand des Unternehmens, in das ein Investor Geld steckt. Grob unterscheiden die Kapitalgeber zwischen Venture Capital, also der Bereitstellung von Risikokapital in einer frühen Phase der Unternehmensentwicklung, und Buy- outs, bei denen sie sich an bereits etablierten Unternehmen beteiligen. Als Faustregel gilt: je jünger das Unternehmen, desto höher das Risiko. Der weitaus größte Teil des von Private-Equity-Fonds investierten Kapitals fließt in Buy-outs.

Venture Capital: Risikokapitalgeber sind darauf spezialisiert, neuen Firmen auf die Beine zu helfen. Dafür stellen sie entweder Seed-Money bereit, mit dem die junge Firma eine bloße Idee in einen Business-Plan oder Prototyp umsetzt. Oder sie finanzieren das darauf folgende Kapitel der Firmengeschichte: Bei einem Start-up geht es darum, das Unternehmen aufzubauen, das Produkt zur Marktreife weiterzuentwickeln und erste Marketing-Strategien umzusetzen. Risiko: sehr hoch.

Anschließend braucht das Unternehmen Geld, um weiter wachsen zu können. Mit einer Expansions-Finanzierung kann das Unternehmen neue Maschinen oder Ausrüstungen kaufen, das Marketing verstärken oder schon Wettbewerber übernehmen. Das Risiko ist in dieser Phase deutlich geringer, denn das Unternehmen erwirtschaftet bereits Gewinne oder steht kurz davor. Für die meisten Private-Equity-Fonds ist dieses Stadium deshalb die früheste Unternehmens phase, in der sie investieren. Risiko: mäßig hoch.

Einige Experten unterscheiden zusätzlich Later-Stage-Finanzierungen, die dem gleichen Ziel dienen wie die Expansions-Finanzierung. In dieser Phase wird das Unternehmen auf einen Börsengang vorbereitet. Later-Stage- Finanzierungen haben daher in der Regel einen überschaubaren Zeitrahmen. Risiko: mäßig.

Buy-outs: Buy-outs gelten als das klassische Betätigungsfeld von Private- Equity-Gesellschaften. Ein Buy-out ist die Übernahme einer Firma durch firmenexterne oder -interne Manager und Beteiligungsgesellschaften. Im Fall eines Management Buy-outs (MBO) übernehmen Führungskräfte mithilfe von Eigenkapitalgebern die eigene, bereits am Markt etablierte Firma. Bei Management Buy-ins (MBI) schluckt ein externes Managementteam das Unternehmen. Risiko: eher gering.

Bei der bisher häufigen Form von Leveraged Buy-outs (LBO) übernehmen die Käufer Unternehmensteile oder ganze Unternehmen und finanzieren einen Großteil der Übernahme über Kredite. Ziel ist es, von einer Zerschlagung oder dem Weiterverkauf des gesamten Unternehmens zu profitieren. Risiko: eher gering. Renditeaussichten momentan jedoch wesentlich schlechter als noch vor einem Jahr.

Immer häufiger geraten bei dieser Spielart auch börsennotierte Unternehmen ins Blickfeld der Private-Equity- Akteure (Public to Private Buy-out). Sie nehmen die Unternehmen von der Börse, um sie im Stillen zu sanieren oder zu zerschlagen. Risiko: eher gering.

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